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Schloss-Revue
Kleinkunst und mehr im Rittersaal, Groß-Umstadt


„Onkel Bob“, Kabarett Künstlerin und Johnny Cash Band boten stimmungsvollen „Schlossrevue“ Abend

(Jo) Das Jahr ist noch jung, aber es startete schwungvoll, kabarettistisch und sehr musikalisch bereits am vergangenen Freitagabend mit der Kleinkunstreihe „Schlossrevue“. Die Veranstaltung genießt inzwischen schon Kultstatus und demzufolge war es nicht verwunderlich, dass der kleine Saal in der Stadthalle restlos ausgebucht war. Durch das Programm führte wieder De Paul, alias Dr. Paul Wucherpfennig. Gewohnt locker stimmte er die Besucher mit dem Lied „All sin do!“ auf die kommenden Ereignisse ein. Zudem überraschte er mit der Zugabe „Oh Vadder“. Ein Hit aus den guten alten „Kuhstall“ Zeiten und jetzt in leicht aktualisierter Form dargeboten.
Als erster Gast des Abends erschien Markus Fabian aus Michelstadt auf der Bühne. Auf ihn wartete bereits „Onkel Bob“ am Schlagzeug. „Onkel Bob“ ist keine der üblichen Rhytmuscomputer wie ihn oft Alleinunterhalter verwenden. Der Musiker kam auf die Idee, das Schlagzeug für seine Songs „ live“ aufzunehmen, um sie dann bei seinen Auftritten über „Onkel Bob“ quasi als zweiten Partner einzuspielen. So sitzt nun „Onkel Bob“ als Puppe am Schlagzeug erzählt Witze, bestellt Bier und bezieht das Publikum oft mit ein. Außerdem wurde noch eine lustige Geschichte um „Onkel Bob“ gestrickt und seitdem ist Markus Fabian seit vier Jahren sehr erfolgreich mit „Onkel Bob“ in Deutschland unterwegs, manchmal auch mit seinem Partner Anselm Fedel.
In Groß-Umstadt sang Markus Fabian „Lieder, die das Leben schrieb“. Alles selbst getextet und komponiert. Es begann mit dem bluesig-schmusigen Song „Lass heut Sonntag sein, wenn du dich müde fühlst und klein“. Ein Lied aus den Tagen wo man noch inbrünstig Protestlieder gegen den Militärdienst und Hühner-Legebatterien sang. Ganz im Stile des großen Bob Dylan.
Wunderschön auch das Lied „Er spuckte Feuer“. Es führt zurück in die Zeit der Gaukler, die von Markt zu Markt zogen. Es folgte „Einmal arm, immer Bein“. Ein Lied ganz im Stil der holländischen Gruppe „Bots“, die einst eine der führenden und bekanntesten Bands zu Zeiten der Friedensbewegung in den 70er Jahre waren. Herrlich unterhaltsam war die Begleitmusik von „Onkel Bob“ beim Lied „Sommersprossen Zähler“ und als Schlusssong hatte Markus Fabian das Lied „Kleiner Sonnenbrand“ ausgewählt, eine Urlaubsreflektion die mit den Worten endete: „Ich nehm die Spirits mit nach Hause und einen kleinen Sonnenbrand.“
Ihr 10-jähriges Bühnenjubiläum kann in diesem Jahr Gundula Schneidewind aus Gundernhausen feiern. Die Kabarettistin hat eine sehr bewegte Vita hinter sich. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, legte mehrere Staatsexamen ab, machte sogar einen Pilotenschein für Freiballonführer, leitete künstlerische Seminare und hielt Kurse in Französisch. Außerdem veranstaltete sie Seminare zum Thema Tod und Sterben sowie Sterbebegleitseminare. Auch in Sachen Seminare für Heilerzieher, Altenpfleger und Therapeuten ist sie unterwegs. Und sie lädt zu wöchentlichen Mal- und Meditationsgruppen im Gefängnis ein. Dafür wurde sie 2006 mit der Theodor und Friederike Fliedner Medaille ausgezeichnet.
Neben diesen und weiteren Aktivitäten findet sie immer noch Zeit ihre kabarettistische Ader auszuleben. Als Martha Henkemann gastierte sie in der Stadthalle mit einer ganz besonderen Glanznummer. Das wiederum hat sie ihrem Mann zu verdanken, der oftmals nicht den Vorgaben der Dame im Navi folgen wollte. „Nee, das mach ich nicht, ich biege hier ab, da kannst du sagen was du willst“. Toll, dachte sich Martha, da mach ich Kabarett draus. Sie erfand einen fiktiven Chatroom in dem lauter Frauen saßen und live von hier aus mit ihrer Stimme den oder die Autofahrerin steuerten. Vor sich einen Computer auf dem sie das Ziel sahen das angesteuert werden sollte. Dabei wurde munter gehäkelt und immer wieder einen Blick auf den Verlauf der Strecke geworfen. Zwischendurch erzählte sie den Zuschauern köstliche Geschichten die sich so am Wegesrand ereigneten. Einfach grandios der Gedanke, dass die Frauenstimme im Navi den Weg aktiv begleitend mitverfolgt. Am Ende es hieß dann aber und für so manchen viel zu früh: „Sie haben ihr Ziel erreicht!“ Zum Ausklang der „Schlossrevue“ bekamen die Gäste noch einen wunderbaren Johnny Cash Abend serviert und zwar von der Band „The Cashback Five“. Wer jetzt die Augen schloss sah ihn förmlich vorüberziehen, den Film „Walk the Line“. Nur nicht mit der Stimme von Joaquin Phoenix sondern von Jochen Dolenc und June, die Ehefrau von Cash, hieß nicht Reese Witherspoon sondern Anna De Feo. Als Neuzugang an der Gitarre begrüßte das Publikum Jens Werner der als Groß-Umstädter an diesem Abend natürlich ein Heimspiel hatte. Von nun an hieß es nur noch sich zurücklehnen und die fantastischen Stimmen der beiden Hauptakteure zu genießen. Gänsehautfeeling stellte sich ein bei Songs wie „I walk the line“, „It ain’t me babe“, „Jackson“ und natürlich durfte auch der legendäre Song „Ring of Fire“ nicht fehlen.
Eingestreut waren auch immer wieder Lieder anderer bekannter Stars, wie „The night they drove old dixie down“ von Joan Baez, „The last thing on my mind“ von Dolly Parton oder Country Roads von John Denver. Der Beifall wollte nicht enden und so gab es natürlich auch mit den Cash Titeln „Give my love to rose“ und „Folsom prison blues“ aus dem Livealbum „San Quentin“ die erwarteten Zugaben.
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