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Am Abgrund

Ich sehe mich fallen
und zwischen Geröllbrocken
zermahlen
ganz unten
liegen.

Von meiner Hand
ein weißer Falter
schwebt jetzt
in zartem Bogen
über der Tiefe.

1987

TRAUM

Unkraut zur Linken

Noch nicht zerbrochen
die gläserne Madonna
doch in meiner Tasche
die Handvoll Erde
durchkrautet und feucht -
kommwirgehn !

Die gläserne Madonna

Eine Zartheit
bewegt
das Zerbrechliche -
daß alles sterben wird
und schon bald...

1989

Der Vogel über dem Fluß

Woher ich komme,
wohin ich fliege ?
Eben habe ich
eine Feder verloren.

1993

Ich bin
ohne etwas
ohne jemand
und tue
nichts besonderes,
lausche nur auf das
was sowieso zu hören ist
und sehe
was auch die Tanne hier
schon längst
begriffen hat...

1996

Tee, Reis, Blätter,
Schnee oder Wind -
er schaut in seine Schale,
der alte Mönch,
und jeden Morgen
nickt er und lächelt :
Tee ! Reis ! Blätter !
Schnee ! Wind !

1997

Wehende Zügel

Aus dem Wasser
fischt ihre Blätter
die alte Trauerweide.
Wenn erst der Schnee bedeckt
was in den Boden sich grub
wie eine Wunde
und unter grauen Himmeln
sich füllte mit Schmerz -
dann komm, Sturm,
und trage uns fort -
mich und das Pferd.

Diese Trauerweide -
als kein Blatt
wieder anwachsen wollte,
gelb, braun und schwarz,
aus dem Teich
zu ihren Füßen,
da hat sie
in den Sturm
ihre Zweige gehängt
und alle Knospen.
Bleib bei ihr
bis zum Frühjahr
und hör, wie es rauscht !

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