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Infoblatt vom März 2004

Daten
Beschreibung
Links
Veranstaltungsort
Theater Moller Haus, Darmstadt (neben dem Staatstheater)

Ticketreservierung
06151- 26540

am
Fr., den 05. und Sa., den 06.03.04

um
20.30 Uhr

Darsteller
Simone Obenhack und G. Schneidewind

Konzept & Regie
Simone Obenhack und G. Schneidewind

Musik/Sound-komposition
Nikolaus Heyduck

Performance "Im Sandkasten der Zeitlosigkeit"

von & mit Gundula Schneidewind und Simone Obenhack (Tänzerin und Choreographin) im Theater Moller Haus, Darmstadt.

Zwei Menschen sind unterwegs - zwischen den Welten, zwischen den Zeiträumen.
Sie fallen zwischen die Orte von hier und dort.
Ein Atemzug, ein Sprung, ein Pinselstrich - die verlorene Spur von Auftauchen, Verdichten und Untergang fließt über den Rand.
Zu finden ist: eine Hand voll Sand in der Tasche...

Impressionen / Szenen

Fotos von Jan Ehlers

Presseecho

Frankfurter Rundschau vom 09.03.2004

Artikel von MW, Foto von Andreas Arnold

Der kleine Saal des Mollerhauses ist gut besetzt, aus den Lautsprechern tönt das Ticken einer Uhr. Gundula Schneidewind (links) steht regungslos in der Ecke der mit breiten Papierbahnen ausgelegten Bühne. Die Zeiger der Uhren auf herabhängendem Papier wandern unaufhaltsam voran - im Bühnenhintergrund nimmt Musiker Nikolaus Heyduck mit Stock und Blechbüchse die Signale der Uhr auf, setzt sie um, verfremdet sie. Simone Obenhack (rechts) tritt aus dem Hintergrund an ihre Kollegin heran - mit langsamen, abgezirkelten Bewegungen beginnen die beiden Künstlerinnen ein Bewegungsspiel von Annäherung und Entfernung mit steigendem Tempo und wachsender Intensität. Da reißen Papierbahnen von den Füßen mitgerissen auf oder werden bewusst zerfetzt. Heyduck bläst Luftballons auf - die Bewegungen auf der Bühne werden grotesk, schnell, die Körper verschwinden im und unter dem aus jeder Ordnung herausgerissenen Papier. Am Ende der Performance am Freitag Erschöpfung vor und auf der Bühne und viel anerkennender Beifall.

 
Darmstädter Echo vom 08.03.2004

Wie die Zeit zerfällt
"Im Sandkasten der Zeitlosigkeit" - Verliebt in Form und Farbe: Performance im Darmstädter Theater Moller-Haus

Artikel von Peter Thomas, Foto von Günther Jockel

DARMSTADT. Am Ende, wenn schrill der Wecker klingelt, ist das Bett zerwühlt, sind die papiernen Laken zerrissen, hängen Traumballons mit schlappen Leinen unter der Decke. Die Bühne als Bettstatt zu begreifen, das ist eine nahe liegende Interpretation des Tanztheaterstücks ,,Im Sandkasten der Zeitlosigkeit" von Gundula Schneidewind und Simone Obenhack, das am Freitag und Samstag im Mollerhaus aufgeführt wurde. Denn um Schlaf und Zeitgefühl, um Traum und Sehnsüchte kreist die rund einstündige Performance der Tänzerin Obenhack und der Malerin Schneidewind immer wieder. Das akustische Gegengewicht zum Tanz liefert dabei der Komponist Nikolaus Heyduck.

Ganz in weiß präsentiert sich die Bühne zum Anfang des Abends. Papier bedeckt den Boden, Papierbahnen mit einer von fern an Leinenstoff erinnernden Textur sind das Material der Bühnengassen. Dazu tickt kalt und hallend aus dem Lautsprecher jene Uhr, deren Zifferblatt als multiple Projektion auf dem Papier zu sehen ist. Das Gewirr der analogen Zifferblätter ist im Lauf der Performance immer schwerer zu entschlüsseln: Während die zu Beginn statischen Bewegungen der beiden Darstellerinnen eine rasante Dynamik entwickeln, fällt die Zeitmessung dieser Traumszenerie langsam aus dem Rahmen. Uhren laufen rückwärts, Zifferblätter werden als Negativ auf die Bühne projiziert. Nur die rötlichen Computerziffern eines Radioweckers leuchten ungestört und zeigen die Echtzeit an.

Während das System der ablesbaren Zeit zerfällt, nehmen Simone Obenhack und Gundula Schneidewind sich die Papierbühne des Mollerhauses vor. Aus langsamen Kreiselbewegungen der Tänzerinnen wird ein ruppiger Reigen. Die Figuren krallen sich in die Bahnen, reißen Wellen in den glatten Grund, zeichnen mit dicken schwarzen Pinseln Arabesken auf die Wände. Am Rand des Tanzraums: Nikolaus Heyduck in schwarzer Kleidung mit silbrig schimmernden Improvisationsinstrumenten wie Konservendose und Blechteller. Ein strenges Farbsystem dominiert den ersten Teil des Stücks. Wie Blutstropfen leuchten die roten Luftballons auf, die in der zweiten Hälfte der Performance die Bühne dominieren.

,,Im Sandkasten der Zeitlosigkeit" ist ein tänzerisches Glasperlenspiel, verliebt in Formen und Farben. Beifall belohnte die Premiere am Freitagabend im fast ausverkauften Mollerhaus.

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